Verschiedene Reaktionen der Mitchell-Sünder
Nach der Veröffentlichung des Mitchell-Reportes im Dezember war die Aufmerksamkeit vor allem auf Roger Clemens fokussiert. Doch mit Beginn des Spring Trainings müssen nun auch die noch aktiven Namen Farbe bekennen. Dabei fallen die Erklärungen unterschiedlicher aus, als man hätte erwarten können. Andy Pettitte machte wohl die beste Figur. Allerdings blieb ihm auch nichts anderes übrig, da er ja schon zugegeben hatte, HGH benutzt zu haben.
Ähnlich, wenn auch nicht so beachtet wie Pettitte, verhielten sich die beiden Orioles Brian Roberts und Jay Gibbons. Beide hatten die Ausführungen in dem Bericht schon vor geraumer Zeit bestätigt. Sie sprachen gestern zur Presse und zeigten dabei Reue. Gibbons wurde bereits im November für die ersten 15 Spiele der neuen Saison suspendiert.
Das gleiche Schicksal droht Jose Guillen. Er legte aber Einspruch gegen die Sperre ein. Ob sie wieder aufgehoben wird, muss man abwarten. Allerdings braucht er sich im Großen und Ganzen nicht beschweren. Schließlich unterschrieb er nach Bekanntgabe seiner Vergehen einen Drei-Jahres-Vertrag über 36 Millionen Dollar bei den Kansas City Royals. Er wollte gestern keinen Kommentar abgeben und verwies auf die laufende Berufungsverhandlung. Erst wenn das abgeschlossen ist, möchte er sich den Reportern zu dem Thema äußern. Belasten tut ihn diese Situation aber nicht. Die Interviews nach dem gestrigen Training absolvierte er mit einer Perücke auf dem Kopf und einem strahlenden Lächeln im Gesicht.
Paul Lo Duca und Eric Gagne schlugen den von Jason Giambi 2005 vorgemachten Weg ein und entschuldigten sich für ihr Verhalten, ohne zu sagen, was sie überhaupt gemacht hatten. Ich bin ziemlich sicher, das sich die beiden ehemaligen Dodgers vorher abgesprochen hatten. Schließlich war es Lo Duca, der im Auftrag von Gagne Steroide und HGH bei Kirk Radomski besorgte.
Und dann wäre da noch der Fall Miguel Tejada. Der neue Shortstop der Astros war kurz vor bekannt werden des Mitchell-Reports von den Orioles nach e getradet worden. Ihm droht Ärger, da er 2005 Mitgliedern des Untersuchungssauschuss wegen des Dopingvergehens von Rafael Palmeiro falsche Aussagen gemacht haben soll. Das geht aus den Ausführungen von Senator George Mitchell hervor. Das FBI hatte schon im Januar die Ermittlungen aufgenommen. Tejada erschien am Dienstag pünktlich zum Auftakt der Feldspieler, wollte aber nur über Dinge reden, die mit dem Baseball zu tun haben und verweigerte den Kommentar zu den Anschuldigungen. Die Frage ist nur, ob er die komplette Saison spielen kann. Eine Suspendierung oder ein Gerichtsprozess könnten dies verhindern.

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